Scientometrics 2.0: Wissenschaftliche Reputation und Vernetzung

Scientometrics 2.0: Wissenschaftliche Reputation und Vernetzung

Die Initiative „Scientometrics 2.0: Wissenschaftliche Reputation und Vernetzung« hatte zum Ziel, die Potenziale Sozialer Medien im Rahmen der Evaluierung von Forschungsleistungen zu erkunden und differenzieren. Im Rahmen eines Pilotprojekts an der Universität St. Gallen wurden die Vernetzungen und Interaktionen von Forschern der betriebswirtschaftlichen Fakultät auf einer wissenschaftlichen Social Networking Plattform analysiert, um mögliche Masse der Anerkennung von Forschungsleistungen innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft abzuleiten und durch einen Abgleich mit etablierten Metriken des „Scientific Impact“ zu evaluieren. Die Debatte um eine angemessene Sichtbarmachung des „Scientific Impact» wurde so durch eine innovative Berücksichtigung neuer Medien und die Analyse neuartiger Evaluierungsmethoden bereichert.

Die Evaluierung von Forschungsleistungen basiert heute weitgehend auf bibliometrischen Analysen insbesondere der Publikationen in Fachzeitschriften. Dieser Evaluierungsansatz verfügt zweifellos über Vorteile (Peer-review, Publikationsanreize), wird jedoch immer wieder als fehleranfällig und einseitig kritisiert. Zunehmend werden daher etablierte Masse der Bibliometrie um neue, Internet-basierte Masse der Anerkennung von Forschungsleistungen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft erweitert. Die „Webometrie" ermöglicht eine zielgenauere Analyse des Impacts wissenschaftlicher Publikationen, indem etwa Zugriffsdaten, Downloads und Zitationen transparent dargestellt werden . So ist zu erklären, dass sich etablierte Online-Anbieter wie etwa Google zusehends zu bedeutenden Anbietern von Instrumenten der Forschungsevaluierung entwickeln. Online-Plattformen tragen somit zur Effizienz und Transparenz der Forschungsevaluierung bei.

Weitgehend unerschlossen bleiben jedoch bis heute die Potenziale Sozialer Medien im Rahmen der Evaluierung von Forschungsleistungen. Soziale Medien basieren auf der Partizipation ihrer Nutzer, der einfachen Publikation von Inhalten, flachen Kommunikationshierarchien sowie insbesondere der Vernetzung und weitgehend öffentlichen Interaktion. Sie bergen damit zahlreiche neue Möglichkeiten, die Anerkennung Einzelner durch die Netzwerkteilnehmer sichtbar zu machen. Ansätze der sozialen Netzwerkanalyse schaffen einen Überblick über Vernetzungsstrukturen und die Rolle bzw. Prominenz einzelner Nutzer innerhalb des Netzwerks. Damit wird auch die Anerkennung und Wertschätzung einzelner Teilnehmer sowie ihrer Beiträge sichtbar. Erste empirische Analysen zeigen, dass die Auswertung sozialer Medien tatsächlich einen Erkenntnisbeitrag im Rahmen der Forschungsevaluierung leisten kann, indem sie die Wahrnehmung bzw. das Interesse für Forschungsleistungen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft schnell und transparent sichtbar machen.

An der Universität St. Gallen ist ein Zusammenschluss von 30 Lehrstühlen eine Kooperation mit der weltweit grössten Social Networking Plattform für Wissenschaftler, ResearchGate, eingegangen, um die Potenziale Sozialer Medien und ihrer Analyse für die Forschungsevaluierung zu erkunden. Ziel des Projekts war es, im engen Austausch mit der Forschungspraxis jene Erfolgsmasse („Altmetrics« oder auch „Scientometrics 2.0») zu identifizieren, welche basierend auf Sozialen Medien auf nachvollziehbare Weise Aussagen über die Anerkennung von Forschungsleistungen innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft erlauben – und Aussicht auf Akzeptanz in dieser Gemeinschaft haben. Das Projekt wurde durchgeführt in Kooperation mit der Universität Neuenburg, welche insbesondere Analysen von Forschungs- und Publikationskooperationen durchführt und so zu einer Validierung der in Sozialen Medien generierten Daten und Masse beiträgt.

Links:

https://www.alexandria.unisg.ch/Publikationen/236426

https://www.alexandria.unisg.ch/Publikationen/229087

https://www.alexandria.unisg.ch/Publikationen/240735

https://www.alexandria.unisg.ch/Publikationen/231796

https://www.alexandria.unisg.ch/Publikationen/235478