Ressourcen-basiertes Instrument zur Abbildung geisteswissenschaftlicher Forschung am Beispiel der Theologie

Fragen der Qualitätssicherung in der Wissenschaft und der Messbarkeit von Forschungsleistungen haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Stärken und Schwächen einzelner Disziplinen und Universitäten werden öffentlich diskutiert; ein objektiver Leistungsvergleich, national wie international, wird gefordert. Den zunehmend stärker werdenden Legitimationsdruck verspüren auch die Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Theologie ist wegen ihrer Bekenntnisgebundenheit sowie der gleichzeitigen Verankerung in der Kirche und an staatlichen Universitäten hiervon noch stärker betroffen als andere Fächer.

Die Initiative „Ressourcen-basiertes Instrument zur Abbildung geisteswissenschaftlicher Forschung am Beispiel der Theologie“ hat die adäquate Abbildung, Sichtbarmachung und Positionierung der Forschung in der Theologie als eine exemplarische Disziplin für die Geisteswissenschaften zum Ziel. In dem Kooperationsprojekt zwischen der Universität Luzern und der Universität Freiburg werden im Austausch mit Forschenden der Theologie in der Schweiz zunächst Qualitätskriterien für das Fach erarbeitet und konkrete Indikatoren bestimmt, anhand welcher Forschungsleistungen aufgezeigt und bestimmt werden können. Über Experteninterviews, Gruppendiskussionen und eine mehrstufige schriftliche Befragung wird den Fachvertreterinnen und –vertretern die Möglichkeit der aktiven Mitgestaltung eines Analyseinstrumentariums zur Abbildung von Forschungsprofilen und Bewertung der Forschungsqualität von Forschungseinheiten gegeben. Das Instrumentarium soll auf die Besonderheiten der Theologie zugeschnitten sein und dabei auch der inneren Vielfalt des Faches Rechnung tragen. So können die unterschiedlichen Bewertungsaspekte je nach Fachbereich auch unterschiedlich gewichtet werden oder es können bei einer Darstellung und Beurteilung eines Fachbereichs einzelne Bewertungsaspekte begründet ausgelassen oder weitere hinzugezogen werden. Die technische Umsetzung des Analyseinstruments in Form einer webbasierten Software-Anwendung erfolgt im Implementationsprojekt „Software-Anwendung zur Analyse und Visualisierung von Forschungsleistungen in den Geistes- und Sozialwissenschaften“.

Die ausgeprägte Interdisziplinarität der Theologie und die daraus resultierende disziplinäre Segmentierung lassen erwarten, dass die Studie wertvolle Einsichten hinsichtlich verschiedener Fachbereiche (etwa Philosophie, Geschichte, Altertumswissenschaften, Sozialwissenschaften) generieren wird und das entwickelte Analyseinstrument zur Erfassung der theologischen Forschung in angepasster Form auf weitere geisteswissenschaftliche Disziplinen übertragen werden kann.