Der Wertbeitrag betriebswirtschaftlicher Forschung

Wie in der Ausschreibung des SUK Programms 2013-2016 «Performances de la recherche en sciences humaines et sociales» ausgeführt wird, dient die universitäre Forschung sowohl der Erweiterung der Erkenntnisse innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft. Während bibliometrische Erfolgsmasse (sowie deren Weiterentwicklung in Form der Webometrie) vor allem der Abbildung von Erkenntnisbeiträgen innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft dienen, besteht heute kein etabliertes Instrumentarium für die Messung und Sichtbarmachung des Beitrags wissenschaftlicher Forschung zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft.

Der Beitrag zur gesellschaftlichen und ökonomischen Praxis ist jedoch in jenen Sozialwissenschaften von besonderer Bedeutung, welche aufgrund ihres Forschungsgegenstandes im regelmässigen Austausch mit Akteuren dieser Praxis stehen. Hierzu zählt insbesondere die betriebswirtschaftliche Forschung, wo Forschungskooperationen wie auch die Finanzierung von Forschungsleistungen durch Drittmittel zur Tagesordnung gehören. Die Berücksichtigung von Forschungsergebnissen in den Entscheidungen von Unternehmen, Politik und zivilgesellschaftlichen Organisationen (Transfer der Forschungsleistung) stellt darum in der betriebswirtschaftlichen Forschung ein zentrales Erfolgskriterium dar.

Die Initiative „Der Wertbeitrag betriebswirtschaftlicher Forschung in Praxis und Gesellschaft" hat, basierend auf einem mehrstufigen Vorgehen, mögliche Ansätze und Metriken der Messung und Sichtbarmachung eines Beitrags der betriebswirtschaftlichen Forschung zur wirtschaftlichen und sozialen Praxis erkundet. Ihre Erkenntnisse sollen eine umfassendere Darstellung universitärer Forschungsleistungen (Impact) unterstützen.

In einer ersten Stufe der Initiative wurden die aktuelle Literatur sowie heute gängige Ansätze der Sichtbarmachung eines „Praxis-Impacts“ betriebswirtschaftlicher Forschung gesichtet und mögliche Ansätze dieser Sichtbarmachung (wie Indikatoren oder Metriken) zusammengetragen. In einer zweiten Stufe wurden explorative Interviews mit Vertretern der Praxis (in Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft) durchgeführt, um deren Verständnis eines Wertbeitrags betriebswirtschaftlicher Forschung und Ideen zu dessen Sichtbarmachung zu erörtern. In einem dritten Schritt wurden schliesslich im Rahmen einer quantitativen Erhebung Vertreterinnen und Vertreter der betriebswirtschaftlichen Forschung in der Schweiz befragt, um deren Einschätzung der Aussagekraft und Praktikabilität der identifizierten Ansätze zu analysieren.

Im Ergebnis entstand ein Modell des Wertbeitrags betriebswirtschaftlicher Forschung, welches drei Treiber und/oder Dimensionen umfasst, die wiederum jeweils durch Indikatoren unterschiedlicher Aussagekraft und Praktikabilität hinterlegt werden können.

Ansprechpersonen: Christian Pieter Hoffmann (christian.hoffmann@unisg.ch), Ruedi Lendegger (ruedi.lindegger@unisg.ch)