Anwendung von Bottom-Up-Kriterien zur Beurteilung von geisteswissenschaftlichen Förderungsanträgen von Nachwuchsforschenden

Einleitung

Die in Evaluationsverfahren üblicherweise eingesetzten Kriterien, Indikatoren und Instrumente werden von den Fachangehörigen in den Geistes- und Sozialwissenschaften als wenig oder gar nicht geeignet angesehen. Aus diesem Grunde hat die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) seit 2009 in der Schweiz verschiedene Initiativen gefördert, u.a. auch ein Kooperationsprojekt der Universitäten Zürich und Basel, in welchem die Antragsteller Kriterien für die Evaluation geisteswissenschaftlicher Forschung für die Fächer „Deutsche Literaturwissenschaft“, „Englische Literaturwissenschaft“ und „Kunstgeschichte/-wissenschaft“ entwickelt haben (siehe www.psh.ethz.ch/crus).

Das Hauptergebnis dieses Projekts stellt ein umfassender Kriterienkatalog dar, der in den drei Fächern sowohl national als auch international abgestützt ist (Einbezug aller Professorinnen und Professoren an Schweizer Universitäten und LERU-Universitäten). Das im Projekt gewählte Vorgehen und die daraus resultierenden Befunde stiessen im In- und Ausland auf grosses Interesse (Einladung zu zahlreichen Vorträgen und Workshops durch Universitäten, Ministerien, private Forschungsförderer sowie Fachgesellschaften; siehe www.psh.ethz.ch/crus/publications).

Der Kriterienkatalog wurde bisher aber in keinem Evaluationsverfahren eingesetzt. Die Universität Zürich (UZH) führt deshalb ein Implementationsprojekt durch, in welchem der Kriterienkatalog in der kompetitiven, intramuralen Nachwuchsförderung eingesetzt und nach wissenschaftlichen Kriterien für Bewertungsverfahren überprüft wird.

 

Projektskizze

Das Ziel des Implementationsprojekts ist es, einen empirisch fundierten und praxistauglichen Evaluationsbogen zu entwickeln, der für die Bewertung von Forschungsanträgen von Nachwuchswissenschaftler/-innen in den Geisteswissenschaften eingesetzt werden kann.

Ein solcher Evaluationsbogen soll im Rahmen des sog. „Forschungskredits“, einem Instrument zur Nachwuchsförderung der UZH (siehe www.researchers.uzh.ch/promotion/forschungskredit.html), erarbeitet und erprobt werden. Der Fokus liegt dabei auf geisteswissenschaftlichen Fächern, die an der UZH auf drei Fakultäten verteilt sind (Philosophische Fakultät, PhF; Theologische Fakultät, ThF; Rechtswissenschaftliche Fakultät, RWF).

Das Resultat des Projekts soll ein mehrsprachiger Evaluationsbogen für die Geisteswissenschaften sein, der sich zur Beurteilung von Forschungsgesuchen von Nachwuchsforschenden eignet.

Ansprechpersonen: Prof. Dr. Hans-Dieter Daniel (daniel@gess.ethz.ch), Dr. Michael Ochsner (ochsner@gess.ethz.ch), Sven Hug (sven.hug@gess.ethz.ch).